Tag 1 - Es geht wieder los!
Paddeltour 22-08-2024
Wolltet ihr schon einmal hautnah erleben, wie es ist, um halb ein Uhr morgens am Bahnhof in Gera auf den ersten Zug des Tages zu warten, der sich erbarmt, einen nach Leipzig zu fahren? Wir auch nicht - aber wir erleben es nun trotzdem…so halb freiwillig. Auf abstrakte Weise nimmt man solche Szenarien leichtfertig in Kauf, wenn man im Gegenzug dazu mit dem Deutschlandticket ein paar hundert Euro für den Weg von München nach Neustrelitz sparen kann. In konkreter Ausführung ist es etwas ungemütlicher - doch nicht unbedingt unattraktiv. Wenn man selbst nicht in der Situation ist, scheint es bestimmt nicht erstrebenswert, doch nachts mit einer Gruppe von linken High-Techno-Fans und einer Abiturientin aus Berlin am Bahnhof in Gera Zeit zu verbringen hat durchaus etwas Inspirierendes und Erdendes (zugegebenermaßen muss dazu eingeräumt werden: würde das ein Banker in seinen 50ern schreiben, würde ich das Midlife-Crisis nennen…bei uns ist das etwas vollkommen anderes!).
Zumindest ist Gera wohl nach seinem Selbstverständnis der erste Schritt in den Urlaub - wo wir auch hin wollen:

So ist es nicht schwer zu erraten: Wir sind wieder auf Tour - nur nicht mit dem Tandem, sondern zunächst mit dem Zug nach Schillersdorf und dann mit dem Kajak über die Mecklenburgische Seenplatte. Vorhin hörte ich ein Interview mit dem anscheinend aktuell erfolgreichsten deutsch-österrichischen Schriftsteller - ich kannte ihn nicht. Für einen kurzen Moment gab er mir jedoch zu denken, indem er äußerte, dass er es grundsätzlich für ein ziemlich größenwahnsinniges Projekt halte, wenn man der Meinung sei, man könne etwas schreiben, das andere interessiere. Nach einem kurzen zustimmenden Gedankenschwenk beschloss ich jedoch: Ach, das geht schon! Ich glaube kaum, dass Jane Austen oder Oskar Wilde schrieben, damit sie jemand liest - sondern um des Schreibens Willen. In diesem Sinne entsteht auch dieser Blog aufs Neue.